Pflanzaktion neben der Orchideenwiese

Mit Pflanzbohrer und kräftigen Armen lassen sich die Pflanzlöcher im 20-Sekundentakt stechen
Stinkende Heidschnuckenwolle hält hungrige Rehe und Hasen fern.
Auf der angrenzenden Obstwiese wurden Lücken mit Wildbirnen- und Wildapfelbäumen bepflanzt.

Am 29. 3. 2014 pflanzten viele fleißige Helfer bei strahlendem Sonnenschein 350 Sträucher und Bäume an den Rand unserer "Pflege-Orchideenwiese" im Dachauer Moos.

Die sehr nährstoffarme und daher artenreiche Wiese grenzt im Westen direkt an eine intensiv bewirtschaftete Wiese an. Diese Nachbarschaft birgt das Risiko, dass ein Nährstoffeintrag auf die Orchideenwiese stattfindet. Die Folge wäre eine Verbreitung von Allerweltspflanzen wie zum Beispiel Brennesseln. Verlierer wären konkurrenzschwache Arten wie Orchideen, Ochsenauge und Hungerblümchen, die nur auf mageren Standorten eine Chance haben, sich gegen die Powerpflanzen durchzusetzen. Viele Tierarten sind auf die "Hungerkünstler" spezialisiert. Schmetterlings-, Heuschrecken- und Wanzenarten sind auf sie angewiesen. Um die wunderschöne bunte artenreiche Wiese zu schützen, wurde vor einigen Jahren zwischen den beiden Wiesentypen eine Hecke gepflanzt, die als Puffer dient. Im Randbereich sind jedoch einige der Sträucher nicht richtig angewachsen oder abgefressen worden.

Innerhalb von zehn bis zwanzig Jahren würde die Fläche von selbst weiter verbuschen, doch um den Vorgang zu beschleunigen mussten hier rund 300 Jungpflanzen gesetzt werden. Mit einem Erdbohrer bohrten ein paar kräftige Männer Pflanzlöcher. Nach Anleitung des ehemaligen Revierförsters Alex Riedlbauch wurden die Pflanzen von den Helfer fachmännisch gesetzt. Die größeren Gehölze bekamen Stützpfähle. Zum Schluss wurde "gezwirbelt", und zwar Heidschnuckenwolle um die Triebspitzen und Seitenäste der jungen Gehölze. Diese intensiv riechende (stinkende?) Wolle verdirbt hungrigen Rehen und Hasen den Appetit und lässt aus kleinen Setzlingen mit etwas Glück prächtige Pflanzen werden. Ein Tipp von Försterin Maria Reuther, die auch die Pflanzen und die Wolle besorgte.

Zum ersten Mal nahmen zwei afrikanische Asylbewerber aus Unterschleißheim an einer BN-Aktion teil. Mit Französisch, Englisch, Händen und Füßen wurde kommuniziert und auch die jungen Männer aus dem Senegal und dem Kongo waren wie wir anderen in bester Stimmung. Sie wollen unbedingt bei weiteren Aktionen dabei sein.

Wechselkrötenteich beim Flugplatz

Zahlreiche Helfer aus Ober- und Unterschleißheim griffen zur Schaufel.

Bei strahlendem Wetter, packten rund 20 Helfer aus Ober- und Unterschleißheim an und schaufelten, was die Schotterebene südlich vom Flugplatz Oberschleißheim hergab. Die Gemeinde Oberschleißheim steuerte fertig gemischten Magerbeton bei, der die Teichsohle etwas stabilisiert.

Schon am frühen Nachmittag war der neue Wechselkrötenteich fertig. Bleibt nur zu hoffen, dass die seltenen Amphibien ihn möglichst bald entdecken.

Amphibienteich am Hartlholz

Im März 2009 haben wir einen trocken gefallenen Amphibienteich zwischen Panzerwiese und Hartlholz renoviert. Profitieren wird davon - hoffentlich - die Wechselkröte. Als kontinentale Steppenart bevorzugt sie lichte Wälder und vegetationsarme sonnige Flächen. 

Fotos: tis

Teichbau - interessant aber nicht ungefährlich: Beinahe hätten wir schon mit den ersten Spatenstichen ein seltenes Reptil erwischt: Eine Zwergschildkröte. Sie misst nur etwa sechs Zentimeter und bewegt sich so langsam, dass sie dem menschlichen Auge völlig reglos erscheint. Überrascht waren wir über die Tätowierung auf dem Brustpanzer: "Made in China"

Nachdem die Sohle tief genug ausgehoben ist, wird ringsum ein Rinne für die Teichfolie gezogen.

Eine ordentliche Schicht Sand schützt die Teichfolie vor Steinen und Wurzeln.

Auf die ausgebreitete Teichfolie wird wiederum eine Schutzschicht aus Sand aufgebracht. Jetzt gilt es, bei jedem Schritt aufzupassen: Ein übersehenes scharfes Steinchen kann die Mühe zunichte machen.

Die Befestigungsrinne wird ebenfalls mit Sand und Steinen gefüllt. So kann die Teichfolie passend gestutzt werden und liegt trotzdem gut fixiert im Teichbett.

Zum Schluss wird die ganze Mulde noch mit Kies bedeckt, was eine natürliche Sohlenstruktur ergibt. So können Pflanzen und Kleintiere besser Fuß fassen.

Der fertige Teich ist kaum noch als "Bauwerk" zu erkennen. Um zu verhindern, dass Biker ihn als Schikane benutzen, haben wir ihn mit einem Ring aus Baumstämmen und Ästen umzäunt.

Aufatmen nach dem ersten Regen: Die Plane hat dicht gehalten. Und das obwohl jemand den großen, kantigen Uferstein in den Teich gerollt hat. Das ist das Problem, besonders hier an der Panzerwiese: Zu viele unbedarfte Spaziergänger, Radler und Hundehalter machen den Amphibien das Leben schwer.