Unsichtbare Waldbewohner

Beim Suchspiel kaum zu erkennen: Eine Klebeband-Rolle im Geäst.

13.12.2014 - Sonne und Wärme im Dezember, was liegt da näher als eine Runde "Hüpf, kleiner Floh". Danach gings in den Wald. Dass man dort oft keine Tiere sieht, liegt nicht nur an deren Scheu. Ob Erdkröte, Frosch oder Blindschleiche: Die meisten Tiere sind so gut getarnt, dass man sie nur sehr schwer erkennen kann. Wer mehr entdecken will, muss seinen Blick schulen, zum Beispiel mit einem Suchspiel: Entlang eines Weges waren viele kleine und größere, auffällige und unauffällige Gegenstände versteckt:  vom gelben Bauhelm über ein schwarzes Verlängerungskabel und eine Klebebandrolle bis hin zu einem durchsichtigen Plexiglasstück. Wer dann erfährt, dass es viel viel mehr Sachen sind, als nach dem ersten Durchgang vermutet, schaut beim zweiten nochmal so genau hin. Zur Brotzeit haben wir noch den neuen Ofen eingeheizt.

Das Brot ist aufgegangen

15.11.2014 - Lecker: Beim Herbstfest am Bauwagen haben wir Stockbrot gebacken. Aber erst einmal brauchten wir Brennholz aus dem Berglwald und mussten es mit allerlei Tricks und Sägen zerkleinern. In der frühen  Abenddämmerung kamen dann auch noch die Eltern dazu - und sogar unser Erster Bürgermeister Christoph Böck.

Alle ließen sich Stockbrot, Kinderpunsch und Glühwein schmecken. Blöd war nur, dass der Teig an den selbstgeschnitzten oft lieber schwarz als gar werden wollte ...

Wiese frei für die "Berglfüchse"

Der Bogenbaum heute
Der Bogenbaum genau vor zehn Jahren

18.10.2014 - Letzte Woche wurden die großen Wiesen gemäht. Jetzt ist auch wieder Platz zum Toben. Beim Eulen-und-Krähen-Spiel und bei der Fuchsjagd kamen alle aus der Puste. Danach gab es manches über den Altweibersommer und seine Spinnen zu erfahren. Der Ausflug in den Berglwald führte auch am "Bogenbaum" vorbei. Die Esche war vor zehn Jahren vom Schnee umgebogen worden. Die Förster hatten sie aber stehen gelassen. Aus dem zersplitterten Stamm sind inzwischen mehrere neue hervorgewachsen.
Zurück am Bauwagen wurden die gesammelten Früchte, Zapfen und Blätter genauer inspiziert und zu hübschen Bildern arragiert.

In großer Runde haben wir auch endlich einen Namen für uns gefunden: "Die Berglfüchse"

Der Spätsommer lebt

Schwalbenwurzwanzen
 

20.09.2014 - Der Sommer ist noch lange nicht so richtig vorbei. Alle Bäume haben noch ihre Blätter, und die Früchte reifen. Das konnten wir schön an "unseren" Bäumen beobachten, die wir im Frühling gekennzeichnet haben. Aber es sind auch noch viele Insekten unterwegs, zum Beispiel Schwalbenwurzwanzen. Im Berglwald hingen sie zu Hunderten an den Zweigen.

Bachgeplätscher

12.07.2014 - Wenn der Sommer nass ist, macht Wasser nochmal so viel Spaß, zum Beispiel mit Gummistiefeln im Bachbett. Bei unseren Forschungen unter den Steinen entdeckten wir allerhand Getier wie Bachflohkrebse, Wasserläufer und Eintagsfliegenlarven. Aus verhakelten Ahornblättern bauten wir Flöße, um sie auf einen gefährlichen Weg durch den Dschungel zu schicken. Riesige Pfützen am Wegrand machten auch den Heimweg zu einem nassen Vergnügen.

Brummende Wiesen

Schachbrettfalter-Männchen auf einer fast verblühten Karthäuser-Nelke
 

29.06.2014 - Unter dem Motto "Brummende Wiesen" sind wir erstmals mit Kescher und Becherlupen losgezogen. Mit großem Eifer sammelten die Kinder Käfer, Falter und Hummeln. Die größte Attraktion waren dabei sicherlich einige herumfliegende Schachbrettfalter. Sie brauchen blumenreiche, selten gemähte Wiesen. Zum Glück wurde unsere Wiese heuer noch nicht gemäht!

Eine kleine Schlemmerei zwischendurch gab's bei die Felsenbirnen-Bäumchen. Die unscheinbaren dunklen Beeren waren zwar schon leicht angetrocknet, aber immer noch sehr süß und lecker.

Kunst am Bauwagen

09.06.2014 - Bei zwei Malaktionen in den Pfingstferien haben wir unseren Bauwagen verschönert. Vorlage waren Entwürfe, die die Kinder bei einem früheren Treffen gezeichnet hatten, aber auch die üppig sprießende Natur selbst: Margeriten, Wiesensalbei, Klappertopf und Esparsette lieferten den prachtvollen Hintergrund.
Praktische Hilfe und die nötige Portion Regie steuerten vier ehrenamtliche Helfer des Bund  Naturschutz bei. Netterweise halfen auch einige Mütter mit: Ständig mussten Farben angerührt, abgefüllt oder Leitern gesichert werden.
Mit großer Begeisterung und tropfenden Pinseln zauberten die kleinen Maler eine Fantasielandschaft mit Sonne und Regenbogen, Bergen und Tälern, Bäumen und Maulwurfshöhlen aufs Blech.
Ganz fertig ist das Werk noch nicht: Die Jahrhunderthitze am Pfingstsonntag ließ den Maltrupp auf ein kleines wackeres Häuflein schrumpfen und verhinderte auf der glühenden Südseite des Wagens jeden Pinselstrich. Weitergemalt wird aber erst im Herbst.
Die nächsten Monate wird sich die Kindergruppe wieder ganz der Natur und dem Spielen im Freien widmen.

Vom Wald in den Wagen

Gut eingepackt hatten 30 Kinder aus Ober- und Unterschleißheim Spaß an der frischen Luft.
Während eine Hälfte im Wald war, sammelte die andere eifrig Bemalungs-Ideen für den Bauwagen.

04.05.2014 - Dreißig Kinder aus Ober- und Unterschleißheim ließen sich vom nieselkühlen Frühlingswetter ebensowenig beeindrucken wie Buchfink und Fitis, die am Waldrand ständig zu hören waren: Fast alle "Schnupperer" vom ersten Termin kamen am Samstag den 3. Mai zum ersten regulären Treff wieder. Einige von ihnen erzählten, dass sie in den vergangenen Wochen schon ein paar Mal "ihren" Baum besucht haben, um nachzusehen, wie weit Blätter und Blüten schon sind. Für diese Patenschaft der Jahreszeiten durften sich auch die neu hinzugekommenen Kinder jeweils einen Baum oder Strauch in den Gehölzpflanzungen aussuchen, der mit ihrem Namen markiert wurde.

Wegen des großen Andrangs mussten zwei Gruppen gebildet werden. Eine startete zu einer Entdeckungstour in den Berglwald, wo zum Beispiel der Baumkronen-Gang geübt wurde. Dazu hält man einen Taschenspiegel schräg vor sich, um zu beobachten, wie das Blätterdach des Waldes beim Gehen über den Himmel zieht. Bei einem anderen Spiel mussten die Kinder blind ertasten, was andere Kinder so alles gesammelt hatten: Zweig, Blatt oder Frucht?

Zur gleichen Zeit machte sich die andere Häfte der Gruppe im trockenen Bauwagen daran, Ideen für dessen Bemalung zu zeichnen. Dabei kamen erstaunliche Entwürfe zustande, die wir beim nächsten Treffen mit den Kindern umsetzen werden. Nach der Halbzeit wechselten beide Gruppen.

Dass so viele Kinder kommen, freut uns sehr, bedeutet aber eine logistische Herausforderung. Mit mittlerweile sechs Betreuern sind wir zwar relativ gut aufgestellt. Die aber sind terminlich relativ eingespannt. Um wie geplant zwei separate Kindergruppen zu bilden, die sich im Wechsel treffen, wäre weitere Unterstützung aus den Reihen der Eltern hilfreich.

Domizil für Kindergruppe

Anstoßen auf die neue Kindergruppe und ihr Domizil am Berglwald: Der Ortsgruppenvorstand mit Betreuern und Helfern der Kindergruppe
 

23.04.2014 - Ein ungewohnter Anblick empfängt Spaziergänger seit Mitte April vor dem Berglwald. Unsere Kindergruppe hat auf einer der Ausgleichsflächen einen alten Bauwagen bezogen. Genaugenommen, steht er dort vorerst nur, denn er ist noch völlig leer, aber in gutem Zustand. Er wurde von Jugendlichen aus Erdweg bei Dachau als Treff ausgebaut, aber kaum genutzt. Für uns gibt es also kaum etwas zu reparieren - nur zu verschönern, was nach und nach gemeinsam mit den Kindern geschehen soll.

Die Aufstellung des Bauwagens ist eng mit der Stadtverwaltung abgestimmt, die auch bei der Beschaffung des Wagens mitgewirkt und die städtische Wiese als Standort vorgeschlagen hat. Ideal ist der Standort vor allem, weil er Zugang zu Feld, Wald und Wiese bietet, aber trotzdem von beiden Gemeinden aus gefahrlos erreichbar ist.

Amselgewusel am Berglwald

Über 30 Kinder fanden sich samt Eltern zum Schnuppertreffen der Kindergruppe ein.
Beim Amselspiel sammelten die Kinder bunt gefärbte Zahnstocher aus der Wiese.
Dass dabei ausgerechnet die grünen oft unentdeckt bleiben, liegt in der Natur der Sache.
Alle Kinder suchten sich einen Baum oder Strauch aus - zur Beobachtung im Jahreslauf.

05.04.2014 - Statt Kakao und Kuchen gab es am Samstag für 30 Kinder aus Ober- und Unterschleißheim Regenwürmer. Natürlich keine echten sondern symbolische. Beim Gründungstreffen der Kindergruppe des Bund Naturschutz spielten sie Amselpärchen, die ihre Küken füttern. Dazu mussten sie vom Spielfeldrand aus abwechselnd losrennen, um bunt gefärbte Zahnstocher zu sammeln. Nach zehn Minuten Gewusel war die Wiese "wurmfrei". Fast zumindest: Rote und gelbe Hölzchen waren bei der Beute schwer in Überzahl, viele grüne lagen unentdeckt im Gras – nicht auffallen ist in der Natur offenbar nützlich.
Solche Einsichten ganz nebenher beim Spielen, Toben und Basteln im Freien zu vermitteln – das möchte der Bund Naturschutz mit seiner neuen Kindergruppe. Sie richtet sich an Kinder im Grundschulalter und wird vorerst einmal im Monat stattfinden.
Die anfänglichen Zweifel, ob in UNterschleißheim überhaupt Bedarf für ein zusätzliches, naturorientiertes Freizeitangebot besteht, verflogen schnell, als die Schnupper-Aktion plötzlich Züge einer ausgewachsenen Familienfreizeit annahm.
Zu Beginn stellten sich alle Kinder im Kreis auf und bekamen laminierte Tierbilder. Dann hieß es: Alles was fliegen kann, kommt in die Mitte! Oder: Alles was kriecht! Oder: Alles was saugen kann! Anerkennend stellte Angelika Spitzenberger fest, dass die Kinder fast immer richtig lagen, selbst bei schwierigen Fragen wie "Alles, was säugen kann".
Begeistert stürmten die Kinder auch los, als sie sich jeweils einen Baum oder Strauch für eine "Patenschaft der Jahreszeiten" aussuchen durften. Bei der Aktion werden die Kinder im Lauf des Jahres die Veränderungen an Laub, Blüten und Früchten beobachten. Jeder Baum bekam ein Etikett mit seinem Namen und dem des Paten. Zum Teil ließen sich die Bäume nicht eindeutig bestimmen, weil die Blätter noch nicht oder nur teilweise ausgetrieben waren – für die Kinder um so spannender, wenn sich um den "eigenen" Baum ein Rätsel rankt.
Demnächst soll die Kindergruppe einen alten Bauwagen als Domizil und Lager für Gesammeltes und Gebasteltes bekommen. Standort wird die städtische Wiese zwischen Berglwald und Ausgleichsflächen, die dadurch noch eine zusätzliche, naturpädagogische Funktion bekommt.
Sehr erfreulich fand Angelika Spitzenberger den großen Zuspruch beim ersten Treffen. Als Pädagogin macht sie sich zwar ein wenig Sorgen wegen der Gruppengröße, ist sich aber sicher, dass das lösbar ist: "Wenn es nötig ist, bilden wir eben zwei Gruppen. Wir werden kein Kind heimschicken". Tatsächlich sagten einige weitere Eltern spontan zu, künftig mitzuhelfen.

Raus in die Natur - rein ins Leben

Wie in der Stadtoase Kronach soll auch die Unterschleißheimer Kindergruppe einen Bauwagen als Domizil bekommen.

Seit April gibt es eine Bund Naturschutz Kindergruppe in Ober- und Unterschleißheim. Kinder im frühen Grundschulalter haben hier regelmäßig Gelegenheit für Naturerleben, Experimentieren, kreatives Spielen und Basteln im Freien. Die Treffen dauern etwa drei Stunden

Eine Besonderheit: Ganz im Stil der Kindersendung "Löwenzahn" wird die Gruppe mittelfristig ein eigenes Domizil in Form eines ausgedienten Bauwagens bekommen. Die Stadt Unterschleißheim hat sich bereit erklärt, bei der Beschaffung zu helfen und einen Standplatz in freier Landschaft zur Verfügung zu stellen. Der Bauwagen wird von Unter- wie Oberschleißheim aus gefahrlos mit dem Rad erreichbar sein.

Dort werden die im Freien gesammelte Schätze aufbewahrt und bei Schnürlregen oder Schneefall untersucht und fantasievoll verwertet. Was aber nicht bedeutet, dass die Kindergruppe nur bei gutem Wetter loszieht. Mit Ausnahme von Sturm, Blitz und Donner wird es für sie kein schlechtes Wetter geben. 

Das Programm der Kindergruppe orientiert sich dabei an den bayernweit in über 160 Kindergruppen praktizierten und bewährten umweltpädagogischen Empfehlungen der JBN (Jugendorganisation des Bund Naturschutz). Außerdem wird die Gruppe einmal im Jahr einen Ausflug unternehmen, beispielsweise auf einen Bauernhof oder zum Imker.

Die Teilnahme ist bis auf einen kleinen Materialbeitrag kostenfrei und steht jedem Kind offen, also auch Nicht-BN-Mitgliedern.
Die Leitung der Kindergruppe liegt bei der Unterschleißheimer Lehrerin Angelika Spitzenberger von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz, weitere Betreuer/innen wären willkommen. Dazu ist keine besondere Qualifikation erforderlich, es genügt Freude am Umgang mit Kindern. Prädestiniert sind darum Mütter oder Väter, die mit ihren Kindern ohnehin Zeit in der Natur verbringen möchten.  Nützlich wären auch Tipps für die Beschaffung des Bauwagens – und natürlich jegliche Mundpropaganda.

Interessenten wenden sich bitte an A. Spitzenberger, 089-3101129, aespitzenberger@gmail.com