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Fröttmaninger Heide - Naturschutzgebiet in spe

Südlich des Schleißheimer Kanals und westlich der U-Bahn-Trasse erstreckt sich das Gebiet der Fröttmaninger Heide. Bis vor kurzem wurde sie von der Bundeswehr als Standortübungsplatz genutzt.

Die Fröttmaninger Heide ist eine der größten zusammenhängenden Grasheiden Mitteleuropas und eine der wenigen Restflächen der ehemals sehr ausgedehnten Heideflächen auf der Garchinger Schotterzunge im Norden Münchens. Auf Oberschleißheimer, Garchinger und Münchner Flur gelegen, ist sie einer der bedeutendsten großflächigen Trockenrasen Südbayerns. Sie ist ein als Flora-Fauna-Habitatgebiet (FFH) geschütztes Areal, aber bisher als Naturschutzgebiet nur vorgeschlagen.

Kennzeichnend sind neben Trockenwäldern, zumeist aus Kiefer, offene Kiesflächen mit Pioniervegetation und Trockenrasen unterschiedlichen Alters- und Sukzessionsgrades. Wegen der Seltenheit ihrer Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere als Lebensraum für Insekten, Reptilien und Amphibien, kommt der Fröttmaninger Heide aus naturschutzfachlicher Sicht eine überregionale Bedeutung zu. Das artenreiche Heidegebiet beherbergt zum Beispiel Pflanzen wie Deutscher Backenklee, Gekielter Lauch, Langblättriges Hasenohr, Silberdistel. Für die Vogelwelt ist die Fröttmaninger Heide mit rund 60 Brutvogelarten von bayernweiter Bedeutung. Dort gibt es seltene Vogelarten wie Steinschmätzer, Heidelerche, Feldlerche, Goldammer, Stieglitz, Schwarzkehlchen, Flussregenpfeifer, Rebhuhn, Turmfalke und Mäusebussard. Auch seltene Amphibienarten wie Wechselkröte und Laubfrosch sind zu finden, ebenso die Zauneidechse. Es gibt knapp 50 Tagfalterarten, von denen etwa die Hälfte auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten aufgeführt ist. Als weitere Insektenarten sind z. B. die Blauflügelige Ödlandschrecke, Gefleckte Keulenschrecke, Großes Heupferd, Kleiner Heidegrashüpfer, zweifarbige Beißschrecke anzutreffen.

Als Erholungsraum war die Fröttmaninger Heide auf Grund der militärischen Nutzung bis vor kurzem nicht zugänglich. Diese Nutzung ist aber andererseits die Ursache dafür, dass sich die einzigartige Reliktfläche bis heute erhalten konnte und vor anderen, intensiveren Nutzungen verschont geblieben ist, unter anderem auch vor einer landwirtschaftlichen Beeinflussung und vor dem Ausbau zu einem Park. Es ist zu hoffen, dass die Ausweisung als FFH-Gebiet, die weitere Verschlechterungen untersagt, ein in Auftrag gegebener Pflegeplan sowie eine den Naturschutzbelangen aufgeschlossene Forstverwaltung dazu beitragen, die Fröttmaninger Heide in ihrer Fläche und qualitativ zu sichern.