Jüngste Schritte

Rückenwind aus der Region

4.10.2017 - Auf einer Tagung des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum hatte der Bund Naturschutz Schleißheim Anfang Oktober erstmals Gelegenheit, sein Park-Konzept einem Fachkreis aus Planern, Landschaftsarchitekten, Landräten und Bürgermeistern vorzustellen. Der Planungsverband war auf das Projekt aufmerksam geworden, weil auch andere Kommunen in der Region nach Möglichkeiten suchen, die letzten Reste an Landschaft sinnvoll ins Siedlungsumfeld zu integrieren. Dass auch noch so hoher Siedlungsdruck und Wohnungsbedarf nicht zu Ausverkauf und restloser Verbauung der Landschaft führen darf, war Konsens praktisch aller Beiträge der Tagung. Durch die positive Aufnahme beim Planungsverband kam die Vision Moos-Haide-Park wieder ein gutes Stück voran.

Perspektive Mittenheim

Das Quartier Mittenheim würde unmittelbar an die vorgeschlagene Parkfläche grenzen.

10.08.2017 - Der Moos-Haide-Park hat durch die Diskussion über ein neues Wohnbaugebiet in Mittenheim neues Gewicht bekommen. Unmittelbar an der Südgrenze des potenziellen Parks will der Katholische Männerfürsorgeverein (KMFV) bauen, und zwar ausgiebig. Auf 18 Hektar soll Wohnraum für rund 1400 neue Einwohner entstehen - offenkundig ein weiterer Dreh an der Wachstumsspirale.

Klar, dass wir das als Bund Naturschutz zunächst kritisch betrachten und entsprechend begleiten werden. Dennoch sehen wir in dem Projekt auch eine Chance für die Natur. Das hat mit einem Perspektivwechsel zu tun, aber auch mit den besonderen Eigentumsverhältnissen im möglichen Park.

Mehr Vogelperspektive

Ober- und Unterschleißheim mögen in vieler Hinsicht getrennt sein, landschaftlich gehören sie zusammen - und Siedlungsdruck macht nicht an Ortsgrenzen halt. Betrachtet man beide Orte zusammen, erscheinen der Nachholbedarf des einen, aber auch die Zersiedlung des anderen nicht mehr ganz so dramatisch. Gebaut werden sollte also - zum beiderseitigen Nutzen - eher dort wo es am sinnvollsten erscheint. Das Trenngrün zwischen den Orten gehört nicht dazu, schon eher die vom KMFV ins Auge gefassten Flächen in Mittenheim. Bei der ersten öffentlichen Präsentation der Pläne im Juni zeichnete sich ab, dass hier tatsächlich preiswerter Wohnraum in geradezu modellhaft ökosozialer Form entstehen soll. Überdies soll den Neubürgern die umgebende Landschaft besser zum Radeln oder Spazieren erschlossen werden, etwa durch eine Brücke über die Bahnlinie Richtung Berglwald. Für den Bund Naturschutz ist das bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung: vom Trenngrün zum Landschaftspark.

Big Player mit Gemeinsinn

Hinzu kommt, dass sämtliche Flächen zwischen Bahn und A92 auf Ober- wie Unterschleißheimer Flur dem KMFV gehören. Aus planerischer Sicht kann das als historische Gunst gelten: Die Kommunen haben es hier nicht mit vielen Einzelinteressen oder Spekulanten zu tun, sondern mit einem Big Player, der das Gemeinwohl ernst nimmt. Kurz: ein Traumpartner für weitblickende Flächennutzungsplanung. Nach ersten Gesprächen mit Verantwortlichen sind wir zuversichtlich, dass auch der Katholische Männerfürsorgeverein den Landschaftspark zunehmend als interessante und realistische Perspektive sieht.