Fast schon eine Parklandschaft: Der ehemalige Riedweiher

Der Riedweiher - versunkenes Wahrzeichen

Die Zeichen der Landschaft und ihrer Geschichte zu lesen ist nicht leicht: Kaum ein Spaziergänger dürfte sich fragen, warum im nordwestlichsten Zipfel von Oberschleißheim mitten in der Feldflur eine kleine Waldinsel dem Ackerbau trotzt. Aus der Nähe zeigt sich, dass sie sich tatsächlich ein wenig vom umgebenden Gelände abhebt. Es handelt sich vermutlich um eine künstliche Insel, die noch bis ins 19. Jahrundert von Wasser umgeben war.

Der einstige Riedweiher, der zu den Ländereien des Klosters Mittenheim gehörte, diente seinerzeit nicht nur der Fischzucht, sondern auch dem höfischen Jagdvergnügen. Die Insel, gut zugänglich über einen dammartigen Weg, war als stilisierte Befestigungsanlage gestaltet. Das Wild wurde von Jagdhelfern in den Teich getrieben, wo es vom flachen Wasser ausgebremst zur leichten Beute der Schützen wurde. 

Noch heute lassen sich die Umrisse der Anlage erahnen; einzelne alte Eichen gehen vermutlich auf die damalige Zeit zurück. Den historischen Weiher zu reanimieren, wäre sehr aufwändig. Aber auch eine extensive Grünlandnutzung und die Wiederherstellung der alten Wege würde die Landschaft deutlich für Erholungssuchende aufwerten.

Heute wird das Gelände des ehemaligen Riedweihers als Acker genutzt.
Historische Karte von 1862 - in die heutige Landschaft projiziert.
Im Luftbild sind die damaligen Ufer und Dämme noch heute erkennbar.
Oben: heutiger Zustand; Mitte und rechts: Simulationen