Der Norden Münchens - Heiden und Wälder

Die Münchner Schotterebene vor etwa 16000 Jahren während der letzten Eiszeit. (aus: Meyer & Schmidt-Kaler, 2002: Wanderungen in die Erdgeschichte)

Die Landschaft des Münchner Nordens wird von verschiedenartigen naturräumlichen Einheiten geprägt.

Die Grenze bildet im Norden und Westen die Kante des tertiären Hügellandes. Davor erstrecken sich die Amperaue und auf den ehemaligen Niedermoorstandorten das Freisinger und das Dachauer Moos. Von ganz anderem Charakter ist die trockene Schotterzunge der Münchener Ebene, die im Osten durch das Isartal begrenzt wird.

Die Schotterebene entstand gegen Ende der letzten Eiszeit, als die Schmelzwässer des Isar-Loisach-Gletschers riesige Schotterfelder hinterließen.

Auch heute noch bedeckt nur eine dünne Humusschicht die mächtigen Schotterböden.

So blieb in der nördlichen Münchner Ebene der bedeutsamste Magerrasenverbund in Südbayern erhalten. Zum ihm zählen die Garchinger Heide mit eineigen Entwicklungsflächen im Umfeld, die Fröttmaninger Heide, die Panzerwiese, die Hochmuttinger Heiden, das Mallertshofer Holz, die Echinger Lohe, das Hartel- Korbiniani-, Schweizer- und das Berglholz.
Hier exisieren noch  bundesweit bedeutsame Relikte wärmeliebender Arten und Lebensgemeinschaften wie die Steppenheide mit Adonisröschen, Küchenschelle und Ausdauerndem Lein.
                                                     

 

 

 

Hochmuttinger Heide (Foto: tis)

Heiden

Noch vor 200 Jahren erstreckten sich auf den kargen Böden des Naturraums Münchner Ebene Kalkheiden und lichte Eichen-Kiefernwälder auf einer Fläche von über 15.000 Hektar. Die Trockenstandorte dehnten sich vom damaligen Münchner Stadtgebiet über Freimann, Fröttmaning, Schwabing, Oberwiesenfeld, Allach, Feldmoching, Schleißheim, Garching und Eching bis nach Neufahrn aus. Heute sind nur noch Reliktflächen des ursprünglichen Heidegebietes erhalten.
Die z. T. noch zusammenhängenden und an vielen seltenen Tieren und Pflanzen reichen Heideflächen sind für den Naturschutz sehr wichtig. Zu ihnen gehören die Fröttmaniger Heide, die Allacher Steppe, die Hochmuttinger Heide sowie die von den Münchnern so genannte Nordheide, bestehend aus das Mallertshofer Holz, Panzerwiese und Garchinger Heide, die als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind.
Die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Siedlungen nutzen die Heiden gerne für die extensive Naherholung. Dieser Nutzungsdruck macht gute Konzepte und Reglementierungen notwendig, um allzu große Beeinträchtigungen oder gar Zerstörungen einzigartiger Natur zu vermeiden.
Seit Jahrhunderten wurden die Heideflächen im Münchner Norden beweidet. Die kargen Wiesen boten jedoch nur Schafen und Ziegen ausreichend Nahrung. Glücklicherweise gibt es auch heute noch einige Schafherden, die die Vegetation kurz halten und damit zur Erhaltung dieser historischen Kulturlandschaft mit ihren vielfältigen Lebensräumen beitragen.

Berglwald (Foto: tis)

Wälder

Der Münchner Norden weist eine Reihe sowohl für die extensive Naherholung als auch für den Naturschutz sehr bedeutsamer Wälder auf. Neben den Isar-Auwäldern im Osten sind hier vor allem die Hartwälder auf den trockenen Schotterfluren und im Übergang zu etwas feuchteren Böden die Lohwälder zu nennen. So gehören die Wälder um Unterschleißheim und Oberschleißheim (Schweizerholz, Korbinianiholz, Hartelholz, Berglwald) zu den größten zusammenhängenden Wäldern zwischen München und Freising.