Langer Tag der StadtNatur – wir waren dabei
An unserem Infostand an der Panzerwiese (Hasenbergl) führten wir mit Radfahrern, Hundebesitzern und Spaziergängern informative Gespräche, wie wir die Heideflächen genießen können, ohne sie und ihre Bewohner zu gefährden. Am Nachmittag entführte der Gebietsbetreuer Tobias Maier vom Heideflächenverein Münchner Norden e.V. die Standbesucher in einer einstündigen Wanderung in die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt der Panzerwiese.
Wir am Stadtrand von München genießen das Privileg, in dieser Jahreszeit durch blühende Wiesen spazieren und radeln zu können. Doch artenreiche Wiesen sind heute selten geworden, Kalkmagerrasen wie die der Panzerwiese oder der Fröttmaninger Heide sind besonders artenreich. Sie zeichnen sich durch sehr geringe Wasser- und Nährstoffversorgung aus. Schon der Eintrag von Stickstoff aus Abgasen oder der Landwirtschaft kann die Zusammensetzung der Artengemeinschaft verändern und die Artenvielfalt sinkt. Wenn ein größerer Hund alle seine Hinterlassenschaften eines Jahres gleichmäßig auf einem Hektar Kalkmagerrasen im Schutzgebiet verteilen würde, wäre diese Fläche damit als Heidefläche zerstört. Flächenversiegelung und Umweltverschmutzung führen kontinuierlich zu weiterem Verlust des Lebensraums für Wiesenpflanzen und -tiere. Unbedachte Freizeitaktivitäten wie Fahrradfahren abseits von ausgewiesenen Wegen oder Gassigehen ohne Hundeleine können die Heidebewohner so sehr stören, dass die Wiese ihre Qualität als Lebensraum verliert. Der Steinschmätzer beispielsweise hat eine Fluchtdistanz von 60 Metern. Als einst typischer Brutvogel der Münchner Heiden wird er heute auf der Roten Liste Bayern und Deutschland als vom Aussterben bedroht geführt.
Vor dem Hintergrund des massenhaften Artenschwundes gilt es, den Verlust weiterer Lebensräume unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten zu vermeiden. Von 15000 Hektar zusammenhängender Grasheide-Flächen, die es vor 200 Jahren nördlich von München gab, sind uns heute nur noch 1900 Hektar zerstückelter Heideflächen und Lohwälder geblieben. Wie jedes Jahr hoffen wir, vielen Besuchern einen neuen Blickwinkel auf unsere wertvollen Heideflächen ermöglicht zu haben.
we/ub

