Schatztruhe Orchideenwiese
Die Wiesen wurden anlässlich der BUGA 2005 auf einer ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Fläche angelegt. Dazu wurde auf einer Teilfläche der Oberboden abgetragen. Auf dem neu geschaffenen Schotteruntergrund wurden typische Magerrasenpflanzen angesät. Es entwickelte sich im Lauf der Jahre eine Wiese, die Heimat für magerwiesentypische Tiere - seltene Insekten und Spinnen wie Wespenspinnen, sowie Pflanzen wie Sumpfgladiole, Sumpf-Kreuzblume, Kalk-Glocken-Einzian, Knabenkräuter und andere Orchideen - ist.
Kalk-Glocken-Enzian (Gentiana clusii)

Als eine der ersten Schönheiten zeigen sich bereits ab Ende April die tiefblauen Blüten des Kalk-Glocken-Enzian (Gentiana clusii), auch Stängelloser Kalk-Enzian oder Echter Alpenenzian genannt.
Er wächst auf mageren und kalkhaltigem Trockenrasen oder auf Kiesgrund, kommt in den Alpen bis in Höhen von ca. 2.700 m, im Alpenvorland, im Jura, im Schwarzwald und in den Karpaten vor und steht unter Naturschutz.
Bestäubt wird er vorwiegend von Hummeln.
Mit seinen charakteristischen, im Verhältnis zum übrigen Pflanzenkörper extrem großen, leuchtend blauen Blüte wurde diese Enzianart zum Archetyp der Alpenblume und des Enzians schlechthin.
Die meisten Abbildungen, auf denen Enzian ohne nähere Bezeichnung dargestellt wird, zeigen seine Blüten – unter anderem auch auf Etiketten von Schnaps- und Arzneimittelflaschen, obwohl dort niemals Bestandteile des Stängellosen Enzian enthalten sind.
Acker-Hornkraut (Cerastium arvense)

Im Mai zeigen sich dann die weißen Blüten des Acker-Hornkraut (Cerastium arvense).
Das Acker-Hornkraut ist in Eurasien weitverbreitet. Es wächst an Ruderalstellen, Wegrändern, auf wechselfeuchten Wiesen, Sandtrockenrasen und auf Felsschutt.
Das Acker-Hornkraut wird von Insekten, vor allem von Bienen und Fliegen, bestäubt.
Gewöhnliche Hufeisenklee (Hippocrepis comosa),

Ebenfalls im Mai zeigen sich die kleinen, gelben Blüten des Gewöhnlichen Hufeisenklee (Hippocrepis comosa).
Der Hufeisenklee ist in Süd- und Mitteleuropa einschließlich der Alpen verbreitet; im nördlichen Alpenvorland gilt sein Bestand als gefährdet.
Er liebt sonnigen Kalk-Magerrasen, Magerweiden und Steinbrüchen; man findet ihn jedoch auch in lichten Kiefern-Trockenwäldern.
Bestäubt wird er Hummeln und Honigbienen, aber auch von Mauerbienen (Osmia-Arten) und in den Alpen von Schmetterlingen.
Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)

Eher am Rande der Orchideenwiese, wo es etwas feuchter ist, findet sich die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica), auch Wiesen-Schwertlilie oder Blaue Schwertlilie genannt.
Trotz ihres “fremdländischen” Namens ist es eine einheimische Pflanze, die auf der "roten Liste" als gefährdet eingestuft und besonders geschützt ist.
Ihre tiefblauen, weiß gemusterten, Blüten sind vom Mai bis in den Juni hinein zu finden.
Die Sibirische Schwertlilie war im Jahre 2010 “Blume des Jahres”.
Zierliche Sommerwurz (Orobanche gracilis)

Die Zierliche Sommerwurz (Orobanche gracilis), auch als Blutrote Sommerwurz oder Schlanke Sommerwurz bezeichnet, öffnet ab Mai bis in den Sommer hinein ihre eher unscheinbaren Blüten.
In Deutschland ist sie vor allem im Alpenvorland anzutreffen und bevorzugt Halbtrockenrasen und trockene Wiesen.
Sie betreibt keine Photosynthese, sondern parasitiert auf Schmetterlingsblütlern, besonders auf Klee (Trifolium), Backenklee (Dorycnium) und Hornklee (Lotus).
Weidenblättriges Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium)

Vom Mai bis in den September hinein sind die gelben Blüten des Weidenblättrige Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), auch Ochsenauge, Weidenblatt-Rindsauge oder Rindsauge genannt, zu finden.
In Deutschland kommt es in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen vor und gedeiht am besten auf Kalk-Magerrasen.
Klebriger Lein (Linum viscosum)

Ab Juni bis in den Juli hinein zeigt der Klebrige Lein (Linum viscosum) seine rosaroten Blüten mit ihren dunkelroten Adern.
Der Klebrige Lein ist im südlichen Mitteleuropa und Südeuropa beheimatet und gedeiht an der Alpennordseite nur im bayerischen Alpenvorland auf Trockenrasen, Magerrasen, Kalkrasen oder Schottergrund.
Auf der "roten Liste" ist er als “stark gefährdet” eingestuft und ist besonders geschützt.
Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris)

Ebenfalls eher am Rande unserer Orchideenwiese zeigt von Mitte Juni bis Juli die Sumpf-Gladiole oder Sumpf-Siegwurz (Gladiolus palustris) ihre purpurroten Blüten.
Sie bevorzugt Moorwiesen und Moorwälder, man findet sie aber auch auf Halbtrockenrasen und in Kalk-Trockenkiefernwäldern.
Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Hummeln.
Die Sumpf-Gladiole kommt fast ausschließlich von Ostfrankreich über Österreich und Italien weiter ostwärts bis nach Bulgarien vor.
In den Roten Liste von Deutschland und von Bayern ist sie als “stark gefährdet” geführt; in Oberösterreich ist sie in die höchste Gefährdungskategorie “vom Aussterben bedroht” eingereiht .
Die Sumpf-Gladiole wurde aufgrund der Bedrohung, der sie und ihre Habitate ausgesetzt sind, sogar in den Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aufgenommen, die die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, für die Art Schutzgebiete auszuweisen.